30 Jahre TA-Institut Jubiläumsfest am 30. Mai 2008

Bericht einer Festteilnehmerin
Erschienen im DSGTA-Info 2-2008 der Deutsch-Schweizer TA-Gesellschaft

„Liebe Anne, lieber Richard, ich danke Euch beiden für euer Da-sein und für Euer Mit-wirken an einer menschenwürdigen und sinnstiftenden Gesellschaft.“ Mit diesen Worten würdigte Harry Tyrangiel die Institutsleiterin Dr. med. Anne Kohlhaas-Reith und ihren Mann Richard Reith, welche anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des TA-Instituts Waldkirch zum grossen Fest einluden.
Karin Baumgartner beschrieb in treffenden Worten, wie sehr Anne Kohlhaas sie darin unterstützte, ihre eigenen Ressourcen zu entfalten und zu dem zu werden, was sie heute sei, eine TA Beraterin, welche von ihrer Aufgabe erfüllt, den Beruf mit Freude und wirkungsvoll ausübe. Sie dankte Anne und Richard im Namen der vielen Schweizerinnen und Schweizern, welche in Waldkirch und in Zürich in all den Jahren von den beiden ausgebildet und gefördert wurden.
  
Es ist etwas Besonderes, ein Ausbildungsinstitut 30 Jahre lang mit Erfolg zu führen, und wer das mit soviel Engagement, Verstand, Lehrfähigkeit und Organisationstalent tut, hat wahrlich Grund zum feiern. Anne Kohlhaas-Reith wollte das 30-jährige Jubiläum ihres Instituts im grossen Rahmen feiern, zusammen mit Richard Reith und mit vielen Gästen.

Der Morgen begann mit einem Tag der „Offenen Tür“ am Institut. Da konnten in den vertrauten Räumen in Waldkirch alte Erinnerungen aufleben, an Kolleginnen und Kollegen und an diese spezielle Art der förderlichen Lernprozesse, welche Anne als Ärztin und Psychotherapeutin, später auch Richard als Jurist, beide mit enormem Fachwissen und meisterhafter Lehrbegabung, Hunderten von Teilnehmenden ermöglichten. Bis heute wird am TA-Institut in Waldkirch die Transaktionsanalyse auf hohem Niveau gelehrt, vorgelebt und erlebbar gemacht.

Am Nachmittag begrüssten Anne und Richard die Gäste in der Festhalle in Waldkirch.
Ich durfte ihnen die Glückwünsche von Dr. Leonhard Schlegel aus Frauenfeld überbringen, der bedauerte, dass er krankheitshalber der Einladung zum Jubiläumsfest nicht folgen konnte, und von dem wir inzwischen für immer Abschied nehmen mussten.

Im grossen Festsaal bot sich bei Kaffee und einem reichhaltigen Angebot an Kuchen beste Gelegenheit, alte Kontakte mit den Anwesenden aufzufrischen und neue anzuknüpfen.

Dann folgte die offizielle Eröffnung durch Anne und Richard im angrenzenden Foyer mit herzlichem Willkommen an uns alle und kurzem Rückblick auf die Geschichte.
Begeistert und beseelt von der Lehre und der Werthaltung der Transaktionsanalyse gründete Anne Kohlhaas 1978 zusammen mit Birger Gooss das TA-Institut in Waldkirch. Beide haben ihre Lehrberechtigung 1977 in San Francisco erworben, an dem Ort, wo Eric Berne einst die Transaktionsanalyse entwickelte und lehrte.
Nach vier gemeinsamen Jahren verlegte Birger seine Lehrtätigkeit in das eigene Institut nach Freiburg, während Anne das Waldkircher TA-Institut fortführte. Seit 1983 ist Richard Reith, zuerst als Trainer und später als TA-Ausbilder, mitverantwortlich tätig.

Mit berührenden Worten beglückwünschte bei der Eröffnung auch Holle Burger Gooss, die Witwe von Birger Gooss, Anne und Richard, denen sie seit Jahren freundschaftlich verbunden ist.

Ein besonderes Erlebnis der Festveranstaltung waren die Vorträge von namhaften Referenten, die dem Institut seit langer Zeit nahe stehen.
Der Psychoanalytiker und Psychotherapeut, Dr. phil. Tilmann Moser schilderte an einem beeindruckenden Beispiel aus seiner Praxis das Phänomen der Übertragung und Gegenübertragung in der psychoanalytischen Körperpsychotherapie.

Der zweite Referent, Thomas Weil, TA-Lehrtherapeut und Begründer des ROMPC® in Kassel, schaffte es, komplizierte, jüngst entdeckte neurobiologische Zusammenhänge zum Thema „Unser Gehirn – ein soziales Konstrukt“ unterhaltsam und verständlich zu vermitteln. In einer Übung bot er den Teilnehmenden die Gelegenheit, eigene erlittene Belastungen durch Entkoppelungstechnik und Neuverschaltungen im Gehirn aufzulösen. Diese Interventionen adressieren direkt das limbische System und machten insofern eine Alternative zu frontalhirnorientierten Behandlungsmethoden unmittelbar erlebbar. Die Zuhörenden bedankten sich mit einem riesigen Applaus.

Unter dem Titel „TA zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ amüsierte Dr. phil. Harry Tyrangiel, Transaktionsanalytiker, Psychotherapeut, Zürich, die Gäste damit, dass er die Transaktionsanalyse und auch ihren Wunsch, die Hauptrolle in der Psychotherapie zu spielen, in einem Streifzug durch ihre Artenvielfalt mit witzigen Wortspielen auf die Schippe nahm. Im zweiten und ernsteren Teil dagegen lobte er die offene Kommunikation als prägendes Merkmal der TA-Kultur, welche bis hin zu den Prüfungen sichtbar werde und auf welche wir stolz sein dürften. Alsdann beschrieb Harry Tyrangiel die Zeit in ihrer Übergangsphase. Wir stünden im Übergang vom Information Age, gekenntzeichnet durch Informationsflut und Überfluss, hin zum Conceptual Age. Es gehe heute darum, Menschen aus der Fragmentierung und der Sinnlosigkeit hinauszubegleiten. Da seien orientierungsbildende Konzepte gefragt und bedingungsloser Respekt zur Förderung von Integrität und Integration. Das, was Anne und Richard mit Konstanz und Zuverlässigkeit leben. 

Im Anschluss führte Richard Reith ein Interview mit Claude Steiner, welches die Anfänge der TA zum Thema hatte und Claude Steiner in sympathischer Weise als Person und als Pionier der Transaktionsanalyse zeigte.

Ergänzend erzählte Dr. Klaus Antons von seiner Begegnung mit Eric Berne und Claude Steiner am Internationalen Psychotherapeutenkongress 1968 in Wien.
 
Inzwischen Abend geworden, durften die Gäste beim Sektempfang der strahlenden Anne zu ihrem Lebenswerk persönlich gratulieren. Beim anschliessenden Abendbuffet konnten alle das feine Essen wie die Zeit für Gespräche geniessen und zur Musik in froher Gesellschaft tanzen.

Das Jubiläumsfest des Instituts Waldkirch ist vollends gelungen. Wer der Einladung folgte, wurde mit diesem stilvollen Anlass reich beschenkt.

Hedi Bretscher-Zeier
(ehemalige Präsidentin der Deutsch-Schweizer TA-Gesellschaft – DSGTA)

Dr. Claude Steiner, Ehrengast, wurde von Richard interviewt
ZuhörerInnen bei den Vorträgen
Richard und Anne bei der Eröffnung
FestteilnehmerInnen beim ersten Vortrag von Dr. Tilmann Moser
Thomas Weil beim Vortrag während einer Übung
Dr. Harry Tyrangiel beim Vortrag
Dr. Klaus Antons kommt beim Interview dazu und erzählt von seiner Begegnung mit Eric Berne und Claude Steiner 1968 beim Internationalen Psychotherapiekongress in Wien
Festredner und Gastgeber
Holle  Burger Gooss
     
     
Fotos: Gerhard Springer, Salzburg

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der TA-Seminare in Waldkirch (Gründung Januar 1978 durch Dr. Anne Kohlhaas-Reith und Birger Gooss) fand am 30. Mai 2008 ein Jubiläumsfest  mit 120 Gästen statt.
Die Einladung  zu dieser Veranstaltung in die Festhalle Waldkirch-Kollnau erfolgte an alle ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer von TA-Ausbildungsgruppen am Institut, soweit die Adressen bzw. die Adressaten noch auffindbar waren. Auch Holle Burger Gooss, die Witwe des Mitbegründers der TA-Seminare in Waldkirch feierte mit uns.
 
Am Vormittag fand ein „Tag der offenen Tür“ im Birkenweg 3, wo das Institut seit 1986 seinen Sitz hat, statt und ermöglichte den früheren AusbildungsteilnehmerInnen  das Institut in seiner heutigen Form zu sehen.
 
Die Zeit zwischen 15 und 16 h diente in der Festhalle dem Ankommen, Auffrischen alter und Knüpfen neuer Kontakte bei Kaffee und Kuchen.
 
Das Festprogramm wurde um 16 h von Anne Kohlhaas-Reith und Richard R. Reith im angrenzenden Foyer der Festhalle eröffnet.
 
Dort fand folgendes Vortragsprogramm statt, dessen Referenten dem Institut seit vielen Jahren verbunden sind:

Vortrag Dr. phil. Tilmann Moser, Psychoanalytiker und Körperpsychotherapeut in Freiburg/Breisgau zum Thema „Übertragung und Gegenübertragung in der psychoanalytischen Körpertherapie“
 
Vortrag Thomas Weil, TA-Lehrtherapeut und Begründer des ROMPC®, Kassel, mit dem Thema „Unser Gehirn – ein soziales Konstrukt“
 
Vortrag Dr. phil. Harry Tyrangiel, Transaktionsanalytiker, Psychotherapeut, Zürich, zum Thema  „TA zwischen Wunsch und Wirklichkeit“  - Dieser Vortrag kann auf der Website von Harry Tyrangiel unter www.tyrangiel.com gelesen werden.
 
Interview  mit Claude Steiner durch Richard R. Reith zum Thema „Eric Berne und die Entwicklung der TA“. Im letzten Teil des Interviews befragte Richard außerdem Dr. Klaus Antons, der anlässlich des Internationalen Psychotherapeutenkongresses in Wien im Jahr 1968 Eric Berne und Claude Steiner kennen gelernt hatte.
 
Nach soviel geistiger Nahrung gab es einen Sektempfang als Auftakt des Abends mit  Abendbuffet, Zeit für weitere Gespräche, Musik und Tanz.
 
Es war uns eine besondere Freude, dass so viele der Einladung gefolgt sind und mit uns gefeiert haben. Auch erreichten uns viele Glückwünsche von Ehemaligen, die gern gekommen wären, aber nicht dabei sein konnten.
 
Wir haben viel Wertschätzung für unsere jahrzehntelange Arbeit  bekommen. Auch die Gestaltung des Jubiläumsfestes, die sowohl geistige Anregung als auch die Möglichkeit des Wiedersehens, oft nach vielen Jahren bot, wurde sehr geschätzt.

Anne Kohlhaas-Reith und Richard R. Reith